Vergleich2026-04-03John Waldmeier

n8n vs Zapier vs Make: Welches Tool passt zu deinem KMU?

Wer Geschäftsprozesse automatisieren will, stösst schnell auf drei grosse Namen: n8n, Zapier und Make. Ein ehrlicher Vergleich, inklusive der Fälle, in denen Zapier oder Make die bessere Wahl sind.

Vorweg zur Einordnung: Wir bauen bei Swiss Shift mit n8n. Dieser Vergleich ist deshalb nicht neutral im Sinne eines Testlabors, aber er soll dir helfen, selbst zu entscheiden. Alle drei Werkzeuge sind ausgereift und werden von vielen Unternehmen produktiv genutzt.

Die drei Kandidaten im Überblick

Kriteriumn8nZapierMake
HostingSelf-Hosted oder CloudNur CloudNur Cloud
DatenstandortSelf-Hosted: frei wählbar, auch SchweizIn der Regel USAEU- oder US-Region wählbar
PreislogikSelf-Hosted: keine Lizenzkosten, aber Server und Wartung; Cloud: pro Workflow-AusführungPro Task (ausgeführter Aktionsschritt)Pro Operation bzw. Credit (ausgeführtes Modul)
Komplexe WorkflowsSehr gut (Verzweigungen, Schleifen, Sub-Workflows)Möglich, wird bei vielen Verzweigungen unübersichtlichGut (Router, Iteratoren)
Custom CodeJa (JavaScript, Python)Code-Schritte mit EinschränkungenEingeschränkt, je nach Plan
IntegrationenMehrere hundert, plus HTTP-Node für jede APIMehrere tausendWeit über tausend
EinstiegSteiler, technisches Grundverständnis hilfreichSehr einfachMittel, visuell
LizenzSustainable Use License (Quellcode offen, nicht klassisches Open Source)ProprietärProprietär

Die Angaben zu Integrationen und Funktionen ändern sich laufend. Für eine aktuelle Entscheidung lohnt sich ein Blick auf die Seiten der Anbieter.

Datenschutz: Warum Self-Hosting entscheidend sein kann

Schweizer Unternehmen unterliegen dem revDSG. Wenn du Kundendaten verarbeitest, musst du wissen, wo diese Daten liegen, und eine Bekanntgabe ins Ausland sauber abstützen. Das ist auch mit Zapier oder Make möglich, erfordert aber Verträge, Prüfung der Garantien und eine entsprechende Datenschutzerklärung.

Mit n8n Self-Hosted bleiben Workflows, Zugangsdaten und Ausführungsprotokolle auf deinem eigenen Server. Einschränkung: Ruft ein Workflow externe Dienste auf, etwa ein KI-Modell oder einen Maildienst, gehen die Daten für diesen Schritt trotzdem an den jeweiligen Anbieter.

Für Treuhandbüros, Arztpraxen oder Kanzleien mit besonders sensiblen Daten ist der Datenstandort oft das entscheidende Kriterium. Für einen Onlineshop, der Bestellungen in ein Newsletter-Tool überträgt, kann eine Cloud-Lösung mit EU-Hosting ausreichend sein.

Kosten: Die Preislogik verstehen

Konkrete Preise ändern sich regelmässig. Wir nennen deshalb bewusst keine Beträge; massgebend sind die aktuellen Preisseiten von n8n, Zapier und Make. Wichtiger als der Einstiegspreis ist, wie abgerechnet wird.

Die Faustregel: Bei wenigen, einfachen Automatisierungen ist der Preisunterschied gering. Je mehr Schritte und Durchläufe, desto stärker fällt die Abrechnung pro Task oder Operation ins Gewicht. Ob sich Self-Hosting lohnt, hängt davon ab, wie du die Wartungszeit bewertest.

Flexibilität und Komplexität

n8n glänzt bei komplexen Workflows mit Verzweigungen, Schleifen und Custom Code. Wenn eine Schnittstelle fehlt, lässt sich fast jede API über den HTTP-Node ansprechen, und Datenumwandlungen lassen sich direkt in JavaScript oder Python schreiben. Fehlerbehandlung, Sub-Workflows und Wiederholungen sind fester Bestandteil.

Zapier ist dafür unschlagbar einfach: Auslöser wählen, Aktion wählen, fertig. Für lineare Abläufe zwischen gängigen Cloud-Tools ist das oft der schnellste Weg. Make liegt dazwischen: Die visuelle Oberfläche macht auch verzweigte Abläufe gut nachvollziehbar, ohne dass man programmieren muss.

Die Lizenz von n8n

n8n wird oft als Open Source bezeichnet, das ist aber ungenau. Der Quellcode ist öffentlich, steht aber unter der Sustainable Use License, einer sogenannten Fair-Code-Lizenz. Sie erlaubt die Nutzung für interne Geschäftszwecke sowie für private oder nicht-kommerzielle Zwecke. Einschränkungen gibt es vor allem, wenn du n8n selbst als kommerziellen Dienst an Dritte anbieten willst. Einzelne Enterprise-Funktionen stehen zudem unter einer separaten Lizenz. Für ein KMU, das seine eigenen Abläufe automatisiert, ist das in der Regel unproblematisch; bei Sonderfällen lohnt sich ein Blick in die Lizenzbedingungen.

Wartungsaufwand beim Self-Hosting

Self-Hosting ist nicht gratis, nur anders bezahlt. Wer n8n selbst betreibt, übernimmt Aufgaben, die bei Zapier und Make der Anbieter erledigt:

Wie das in der Praxis aussieht, beschreiben wir im Artikel zu unserer n8n-Instanz auf Hetzner. Ohne jemanden, der diese Aufgaben verlässlich übernimmt, ist eine Cloud-Lösung oft die sicherere Wahl.

Entscheidungshilfe

Deine SituationEher geeignet
Wenige, einfache Abläufe zwischen gängigen Cloud-Tools, kein technisches Know-how im TeamZapier
Visuelle, verzweigte Abläufe, Budget im Blick, EU-Hosting reichtMake
Sensible Personendaten, Datenstandort Schweiz gewünschtn8n Self-Hosted
Viele Schritte und hohe Volumenn8n (Cloud oder Self-Hosted)
Eigene Logik, Code, ungewöhnliche APIsn8n
Niemand kann oder will einen Server betreuenZapier, Make oder n8n Cloud

Unser Fazit

Für Schweizer KMUs mit sensiblen Daten, wachsendem Volumen oder komplexen Abläufen ist n8n oft die passendste Wahl, vorausgesetzt, Betrieb und Wartung sind geregelt. Für einfache Automatisierungen ohne heikle Daten sind Zapier oder Make durchaus sinnvoll und schneller eingerichtet. Bei Swiss Shift setzen wir ausschliesslich auf n8n, weil wir uns auf Treuhand und Handwerk konzentrieren, wo Datenstandort und Flexibilität zählen.

Häufige Fragen

Ist n8n wirklich gratis?

Die selbst gehostete Community-Version kostet keine Lizenzgebühr. Es fallen aber Kosten für den Server und Zeit für Betrieb, Updates und Backups an. Die n8n Cloud und Enterprise-Funktionen sind kostenpflichtig.

Kann ich später von Zapier oder Make zu n8n wechseln?

Ja, aber nicht per Knopfdruck. Die Workflows müssen in n8n neu aufgebaut werden. Das ist oft eine gute Gelegenheit, die Abläufe gleich zu vereinfachen. Plane den Wechsel pro Workflow und lass alte und neue Version kurz parallel laufen.

Ist Zapier wegen des US-Hostings in der Schweiz verboten?

Nein. Eine Bekanntgabe in die USA ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, etwa wenn der Anbieter unter dem Swiss-U.S. Data Privacy Framework zertifiziert ist oder geeignete Garantien bestehen. Du musst das aber prüfen, dokumentieren und in der Datenschutzerklärung offenlegen. Das ist keine Rechtsberatung; bei sensiblen Daten lohnt sich eine fachliche Abklärung.

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